Unternehmer, die sich als Franchise-Partner eines Systems selbstständig machen, stehen vor vielen neuen Aufgaben. Eine davon: Sie müssen meist Mitarbeiter einstellen und als Arbeitgeber auftreten. Im deutschen Arbeitsrecht gibt es etliche Stolpersteine, die man als Unternehmer kennen sollte. Das beginnt bereits bei der Formulierung von Stellenanzeigen.

So sieht z. B. das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vor, dass ein Arbeitgeber Bewerber weder aus Gründen der Religion, der Rasse, der ethnischen Herkunft, des Geschlechts noch aufgrund des Alters, der Welt­anschauung, einer Behinderung oder der sexuellen Ausrichtung benachteiligen darf. Daher müssem Stellenanzeigen auch stets geschlechts­neutral oder mit männlicher und weiblicher Stellenbezeichnung formuliert sein.

Angaben zum gewünschten Alter von Bewerbern sind nicht erlaubt, auch nicht, wenn diese indirekt formuliert sind. Allerdings dürfen bestimmte Qualikationen oder Berufserfahrungen genannt werden, auch solche, die z. B. jüngere Bewerber in Regel nicht vorweisen können. Die Regelungen des AGG gelten auch für Vorstellungsgespräche. Verstößt ein Arbeitsgeber gegen die Vorgaben des AGG, können die betroffenen Bewerber unter Umständen Schadensersatz oder Entschädigungen fordern. Das komplette AGG kann hier nachgelesen werden: http://www.gesetze-im-internet.de/agg/ . Zum Thema sei auch der Wikipedia-Artikel unter http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeines_Gleichbehandlungsgesetz empfohlen.

Im Folgenden nennen wir einige wichtige Punkte, die unbedingt bedacht werden sollten, wenn Sie planen, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einzustellen:

1. Achten Sie auf die auf geschlechts- und altersneutrale Formulierungen sowohl in der Stellenanzeige als auch im Vorstellungsgespräch.
2. Dokumentieren Sie Vorstellungsgespräche und Absagen schriftlich.
3. Prüfen Sie bei jedem Arbeitsvertrag, ob für das konkrete Beschäftigungsverhältnis spezielle gesetz­liche oder tarifliche Vorschriften zu beachten sind. Gibt es zum Beispiel einen verbindlichen Tarifvertrag? .
4. Beachten Sie, dass in jedem Fall der Beginn der Tätigkeit, die Arbeitszeiten, -orte und -leistungen, die Bezahlung, die Urlaubsansprüche sowie Kündigungsfristen, Befristungen und Probezeiten (max. 6 Monate) im Arbeitsvertrag genau formuliert sind.
5. Prüfen Sie, ob eventuell staatliche Zuschüsse für das Beschäftigungsverhältnis abrufbar sind.
6. Prüfen Sie, ob der neue Mitarbeiter bzw. die neue Mitarbeiterin besonderen gesetzlichen Schutz genießt. Stichworte können hier sein: Mutterschutz, Elternzeit oder Jugendarbeitsschutz
7. Gibt es für die Tätigkeit besondere Arbeitsschutzvorschriften?
4. Beachten Sie die in der Regel gegebene Sozialversicherungspflicht. Umfassende Infos hierzu unter www.deutsche-sozialversicherung.de.

Natürlich sind hier nur einige der wichtigsten Punkte genannt, die Sie in Ihrer Rolle als Franchise-Unternehmer und Arbeitgeber beachten sollten. Bei Unsicherheiten ist es meist angeraten, Experten für Arbeitsrecht hinzuzuziehen. Nicht zuletzt, weil Fehler bei der Anstellung von Mitarbeitern das ganze Unternehmen gefährden können.

Vergleiche jetzt die zur dir passenden Geschäftsideen:

1. Wähle die spannendsten Marken aus!
Du erhältst eine tabellarische Übersicht der wichtigsten Daten und Fakten zum direkten Vergleich.

2. Willst du mehr zu den Gründungsmöglichkeiten erfahren?
Mit einem weiteren Klick kannst du direkt mit den Unternehmen Kontakt aufnehmen und noch detailliertere Infos per Email erhalten.