Der Deutsche Franchise-Verband (DFV) hat jüngst Informationen zur Entwicklung der Franchise-Wirtschaft im Jahr 2014 veröffentlicht. Demnach wuchs die Zahl der in Deutschland aktiven Franchisesysteme im Vergleich zu 2013 um acht Prozent von 994 auf rund 1.075. Der Umsatz der deutschen Franchise-Wirtschaft soll gegenüber dem Vorjahr um 16,9 Prozent von 62,8 auf 73,4 Mrd. Euro gestiegen sein.

Die Zahl der Franchise-Nehmer ist laut DFV im Vergleich zu 2013 um 5,4 Prozent von 76.500 auf 72.384 gesunken und liegt damit noch unter dem Stand von 2012 (72.400). Das Minus von über 4.100 Franchise-Nehmern führt der Verband unter anderem auf fehlende Unternehmensgründer angesichts einer stabilen Arbeitsmarktlage zurück. “Franchisesysteme wachsen immer häufiger mit bereits bestehenden Franchisepartnern durch sogenanntes Multi-Unit Franchising, mit eigenen Betrieben oder durch die Übernahme bestehender Standorte, wenn Franchisepartnerschaften vertraglich auslaufen”, so DFV-Geschäftsführer Torben L. Brodersen. Dies erkläre auch, warum die Anzahl der Mitarbeiter in der gesamten Franchisewirtschaft 2014 um drei Prozent von 525.300 auf 541.040 gestiegen sei. Wie hoch der Anteil an gescheiterten Franchise-Partnern am Franchise-Nehmern-Minus ist, geht aus der DFV-Pressemitteilung nicht hervor. Bereits im Dezember 2014 hatte der DFV nach einer Umfrage bekannt gegeben, dass über die Hälfte (53 Prozent) der befragten Franchise-Geber ihre Expansionsziele im Jahr 2014 nicht erreicht haben.

Bei der Verteilung der Franchisesysteme nach Branchen hat der DFV in diesem Jahr erstmals den Bereich Fitness/Gesundheit getrennt aufgeführt. Daher seien nun nur noch 38 Prozent (- 7%) der Franchise-Systeme dem Dienstleistungssektor zuzurechnen. 27 Prozent entfallen auf den Handel (+ 2%), 19 Prozent auf das Gastgewerbe (+ 1%) und neun Prozent auf den neu erfassten Bereich Fitness/Gesundheit. Das Handwerk hat einen Rückgang von elf auf sieben Prozent zu verzeichnen.

Widersprüchliche Zahlen zur Franchise-Wirtschaft

Insgesamt spricht der DFV von einer “weiterhin positiven” Entwicklung der deutschen Franchisewirtschaft. Die vorgelegten Zahlen basieren laut Verband auf einer Umfrage, die der DFV im März 2015 unter Franchisegebern gemeinsam mit dem Internationalen Centrum für Franchising und Cooperation (F&C) und der Spectos GmbH durchführte. Sie stehen dabei in teils erheblichem Widerspruch zu den Zahlen, die die Peckert-Gruppe Anfang 2015 veröffentlicht hat.

Laut Peckert lag die Zahl der Franchise-Systeme in Deutschland im vergangenen Jahr bei rund 950. Zudem ist bei dieser Quelle von einem Anstieg der Franchise-Nehmer-Zahlen auf rund 117.500 Unternehmer (+2,3 Prozent) die Rede. Die Zahl der Beschäftigen wird hier mit fast 703.000 Mitarbeitern (+0,8 Prozent) angegeben. Der Gesamtumsatz der Franchise-Systeme sei 2014 um 5,1 Prozent auf 95,5 Mrd. Euro gestiegen. Genauere Angaben zur Datenbasis der Erhebungen und zum Verfahren machen weder der DFV noch die Peckert-Gruppe in ihren Pressemitteilungen.