Die Franchise-Kette Subway wurde im November 2008 vom Deutschen Franchise-Verband (DFV) unter Auflagen als vorläufiges Mitglied aufgenommen. Jetzt hat der DFV dem international aktiven Franchise-Riesen die Mitgliedschaft wieder entzogen. Als Grund für den Ausschluss von Subway nennt der DFV die mangelnde Zufriedenheit der Franchise-Nehmer.

Jedes Franchise-System, das Vollmitglied im Deutschen Franchise-Verband werden will, muss sich auf Grundlage des DFV-Ethikkodexes und des DFV-System-Checks von neutraler Stelle prüfen lassen. Untersucht und bewertet werden dabei Prozesse, Verträge und Leistungen des Franchise-Gebers. Wesentlicher Bestandteil ist eine Franchise-Nehmer-Zufriedenheitsbefragung.

Laut DFV ließ sich Subway erstmals im Jahr 2006 unabhängig prüfen – mit nicht befriedigendem Ergebnis. Die Vollmitgliedschaft wurde Subway daher verweigert. Eine im Frühjahr 2008 neu von Subway beantragte Befragung zeigte, dass Subway an der kontinuierlichen Verbesserung der Unternehmensprozesse arbeitete und nach einer weiteren Prüfung im November 2008 wurde Subway vorläufiges Vollmitglied des DFV – unter der Auflage innerhalb eines halben Jahres erneut eine Franchise-Nehmer-Zufriedenheitsbefragung durchführen zu lassen, die deutlich verbesserte Ergebnisse zeigen sollte. Die Befragung wurde laut DFV zwar auflagengerecht umgesetzt. Die Ergebnisse verschlechterten sich jedoch. Der DFV bewies Rückgrat und entschied, dass Subways vorläufige Mitgliedschaft nicht in eine drei Jahre gültige DFV-Vollmitgliedschaft umgewandelt wird.

Mit dieser Entscheidung hat der seit 1978 aktive Deutsche Franchise-Verband sein Anspruch, die Qualitätsgemeinschaft der deutschen Franchise-Wirtschaft darzustellen, eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Auch in der Vergangenheit hat der DFV immer wieder klar Stellung bezogen, wenn die Grundlagen für faires Franchising verletzt worden. Zuletzt mit einer Stellungnahme zu Franchise-Discount-Angeboten, die auf der Internetplattform FranchiseDirekt präsentiert wurden.

Positiv statt negativ

Negativ-Listen, die Schwarze Schafe des Franchising auflisten führt der DFV nicht. Vielmehr ist die Strategie des Verbands darauf ausgerichtet, seriöse Franchise-Systeme im Sinne einer Positiv-Liste unter dem Dach des DFV zu vereinen.

Für viele potenzielle Franchise-Gründer ist es dennoch in der ersten Erkundungsphase schwer, tragfähige Franchise-Konzepte von riskanten zu unterscheiden. Denn Anspruch auf detaillierte Informationen – etwa zur Schließung von Franchise-Standorten und genaue Geschäftskennzahlen – haben Franchise-Gründer erst, wenn eine konkrete Franchise-Partnerschaft angebahnt wird und die Rechte der vorvertraglichen Aufklärung greifen.

Selbst gut prüfen

Da längst noch nicht alle seriösen Franchise-Systeme DFV-Mitglied sind, sollten potenzielle Franchise-Gründer in Eigenregie interessante Gründungsangebote auf ihre Substanz prüfen. Hilfsmittel dafür finden sich auch im Internet. So hält etwa das Franchiseportal diverse Checklisten bereit, die eine Prüfung erleichtern. Auch im Franchise-Blog haben wir bereits auf hilfreiche Internetquellen hingewiesen.