Der Deutsche Franchise-Verband hat in einer Umfrage unter 100 Franchise-Interessierten ermittelt, welche Kriterien für die Existenzgründer in spe bei der Auswahl von Franchise-Angeboten am wichtigsten sind. Die Ergebnisse zeigen: Gründer sind wählerisch und haben den Blick für viel Wesentliches, scheinen aber auch wichtige Punkte unterzubewerten.

Von den 100 Befragten waren 30 Prozent Frauen und 70 Prozent Männer. Rund drei Viertel waren zwischen 30 und 49 Jahre alt, 34 Prozent hatten eine Berufsausbildung und 66 Prozent waren Akademiker. Alle hatten Informationsveranstaltungen zum Thema Franchise-Gründung besucht. Das Ergebnis der Umfrage: Als wichtigste Punkte bei der Suche nach dem passenden Gründungsangebot wurden die Faktoren Alleinstellungsmerkmale und Zukunftsausrichtung, Unterstützung während der Partnerschaft, Mitbestimmung bei der Standortwahl, geringe Franchise-Nehmer-Fluktuation und Intensität der Einarbeitung genannt. Etwa die Hälfte der Teilnehmer erachtete zudem den professionellen Eindruck der Systemzentrale und die Höhe der Einstiegsinvestitionen als wesentlich. Überraschend ist dabei vor allem der Faktor „Mitbestimmung bei der Standortwahl“, der von kaum einem Franchise-System bei der Selbstdarstellung betont wird.

Am wenigsten legten die Befragten Wert auf einen kurzfristigen Return-on-Investment. Auch die Unterstützung bei der Erstellung eines Businessplans und bei Bankgesprächen sowie die Möglichkeit, künftig weitere Standorte zu eröffnen, wurden als weniger wichtig eingeschätzt. Selbst die Markenbekanntheit und das Markenimage von Franchiseunternehmen nannten nur etwa 37 Prozent. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass genau dieser Faktor bei bereits eingeführten Systemen wesentlich zum Gründungserfolg beitragen kann. Denn viele Franchise-Riesen wie McDonald’s, Schülerhilfe, Kamps oder Mrs. Sporty zeichnen sich weniger durch Alleinstellungsmerkmale als durch umfassendes professionelles Marketing auf breiter Front und die damit einhergehende Bekannheit aus. Die Betonung der Faktoren „Alleinstellungsmerkmale und Zukunftsausrichtung“ und „Höhe der Einstiegsinvestitionen“ könnte dafür sprechen, dass viele Franchise-Gründer eher die Nische als den Massenmarkt suchen. Gerade kleinen, speziellen Systemen kann dies Mut machen.

Für Franchise-Geber dürfte die DFV-Umfrage besonders interessant sein: Denn bei der Suche nach dem richtigen System finden potenzielle Franchise-Partner beim Erstkontakt – etwa im Internet – oft nur vage Angaben zur konkreten Unterstützung während der Partnerschaft, den Mitbestimmungsmöglichkeiten bei der Standortwahl oder der Intensität der Einarbeitung. Informationen zur Franchise-Nehmer-Fluktuation werden meist erst im Rahmen der vorvertraglichen Aufklärung geliefert. Wer Gründer also bereits beim ersten Kontakt, z. B. über die unternehmenseigene Franchise-Website, locken will, sollte unter Umstände von Anfang an auf detailliertere und transparentere Informationen setzen.

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