Die aktuelle Ausgabe des Fachmagazins Franchise-Erfolge befasst sich unter anderem mit der Franchise-Wirtschaft in Frankreich. Unser Nachbarland gilt als führende Franchise-Nation in Europa. Dafür sprechen nicht nur die Statistiken, sondern auch ein 1989 eingeführtes Franchise-Gesetz, das auch für Länder wie Italien, Spanien oder Belgien zum Vorbild wurde.

In ihrem Artikel mit dem Titel „Frankreich – Europas Franchiseriese“ informiert Autorin Verena Iking zunächst über die positive Entwicklung des Franchisings in Frankreich in den vergangenen Jahren. Laut Statistik des Französischen Franchise-Verbands (Fédération française de la franchise/FFF) stieg die Zahl der Franchise-Nehmer in Frankreich seit 2003 jährlich zwischen 4,4 und 10,5 Prozent. Auch mit dem so genannten „Loi Doubin“, das hierzulande oft als Franchise-Gesetz bezeichnet wird, obwohl es auch bei anderen Kooperationsformen greift, befasst sich der Beitrag.

Franchise-Gesetz könnte Klarheit schaffen

Das Gesetz legt fest, welche Informationen Franchise-Geber potenziellen Franchise-Partnern vor der Unterzeichnung des Franchise-Vertrags bereitstellen müssen. Neben wirtschaftlichen Kennzahlen der vergangenen Jahre schreibt das Gesetz zum Beispiel auch vor, eine vollständige Liste der Franchise-Nehmer und Belege für die berufliche Qualifikation der Franchisemanager zur Verfügung zu stellen. In Deutschland hingegen beruht „die Verpflichtung zur vorvertraglichen Aufklärung auf dem Gedanken von Treu und Glauben und der darauf beruhenden obergerichtlichen Rechtsprechung“ (Quelle: DFV). Gegner eines Franchise-Gesetzes in Deutschland argumentieren oft, ein solches Gesetz könnte zum Bürokratiemonster werden. Doch die positive Entwicklung der Franchise-Wirtschaft in Frankreich scheint dies zu widerlegen. Tatsache ist zudem, dass in Deutschland laufend neue Urteile gefällt werden, die den rechtlichen Rahmen des Franchisings in Deutschland eher undurchsichtig machen. Für das Geschäft von Franchise-Rechts-Experten und -Beratern mag dies von Vorteil sein. Franchise-Gründer dürften aber klare gesetzliche Regelungen vorziehen. Auch weil mit einem Franchise-Gesetz das Kräfteungleichgewicht zwischen Franchise-Nehmern und -Gebern ausgeglichen werden könnte und Richtern die Rechtssprechung erleichtert werden könnte.

Der Artikel „Frankreich – Europas Franchiseriese“ bzw. die aktuelle Ausgabe von Franchise-Erfolge kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Wie denken Sie über das französische Franchise-Gesetz? Informieren Sie unsere Leser mit Ihrem Kommentar.