Erst vor Kurzem ist mit Coffee Republic eines der bekanntesten Coffee-Shop-Franchise-Systeme Großbritanniens Pleite gegangen. Wie die Financial Times berichtet, gibt es bislang aber vergleichsweise wenig Anzeichen für eine Krise der britischen Franchise-Wirtschaft – noch nicht.

Einer von Britischen Franchise-Verband unterstützten und von der NatWest Bank durchgeführten Umfrage vom Mai 2009 zufolge, arbeiten noch immer rund 90 Prozent aller Franchise-Nehmer auf der Insel profitabel und sind damit genauso erfolgreich wie im Vorjahr. Zum Vergleich: Im Krisenjahr 1990 machten 30 Prozent Verluste. Dennoch sehen sich viele Franchise-Nehmer mit rückläufigen Einnahmen konfrontiert.

Günstiger gründen

Nach Einschätzung von Graeme Jones, Leiter des NatWest Franchise-Teams, sind durch die Rezession auch mehr potenzielle Franchise-Nehmer und gut qualifiziertes Personal vorhanden. Aufgrund der restriktiveren Kreditvergabe durch Banken und das schlechte gesamtwirtschaftliche Handelsklima seien die Kosten für eine Franchise-Gründung deutlich gefallen – von knapp 65.000 Pfund (etwa 75.500 Euro) im vergangenen Jahr auf 50.000 Pfund (etwa 58.000 Euro) heute.

Abfindung als Startkapital

Auch der UK-Geschäftsführer der international aktiven Franchise-Kette Domino’s Pizza berichtet von einer Zunahme der Franchise-Anfragen um 13 Prozent, ein ähnlicher Wert wie Anfang der Neunziger. Viele Entlassene seinen willens, ihre Abfindungszahlungen als Startkapital für eine Franchise-Gründung einzusetzen, um so den Weg in die Selbstständigkeit zu meistern. Allerdings liegen die Einstiegskosten bei Domino’s Pizza bei etwa 260.000 Pfund (rund 302.000 Euro) – und damit weit über durchschnittlichen Abfindungen.

Banken in Großbritannien sind zudem weitaus seltener bereit, Kredite an Franchise-Gründer zu vergeben, es sei denn, die Existenzgründung findet als Partner eines großen, etablierten Franchise-Systems wie Domino’s Pizza oder McDonald’s statt.

Paradox optimistisch

Die Stimmung der britischen Franchise-Wirtschaft insgesamt ist paradox optimistisch: Einerseits gehen 60 Prozent der Franchise-Geber und 66 Prozent davon aus, dass sich die ökonomischen Bedingungen in den nächsten 12 Monaten verschlechtern werden. Andererseits glauben 82 Prozent der Franchise-Geber ihr System wird im gleichen Zeitraum zulegen oder den aktuellen Stand halten können.

Besonders genau informieren

Ein Optimismus der nicht unbedingt Sicherheit für neue Franchise-Partner bringt, wenn selbst scheinbar etablierte und solvente Systeme wie Coffee Republic Pleite machen. Die Empfehlung der NatWest Franchise-Experten für angehende Franchise-Gründer ist daher auch, in jedem Fall Wirtschaftsauskünfte über das jeweilige Franchise-System einzuholen, wie sie etwa Creditreform in Deutschland anbietet. Im Falle einer Insolvenz der Systemzentrale sollten Franchise-Partner rechtlichen Beistand suchen, um finanzielle Risiken und Verluste begrenzen zu können.

Der gesamte englischsprachige Artikel steht kann hier nachgelesen werden.

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