Beim Social Franchising werden die Prinzipien des kommerziellen Franchisings zur Multiplikation sozialer Projekte verwendet. Wie beim kommerziellen Franchising gibt es auch hier in der Regel mindestens ein erfolgreiches Pilotprojekt und einen Franchise-Geber, der die entsprechenden Lizenzen zur Übernahme der Projektidee vergibt.

Zwar sind Social Franchising Projekte nicht auf Gewinnmaximierung fixiert, die Franchise-Systematik bietet aber auch für soziale Vorhaben wichtige Vorteile gegenüber der Umsetzung in Eigenregie. So kann z. B. das Risiko des Scheiterns verringert werden: Nicht nur weil bereits ein erprobtes Konzept vorhanden ist, sondern auch, weil die Erfahrungen verschiedener Franchise-Standorte vom Franchise-Geber professionell gebündelt und für die Weiterentwicklung des Social Franchise-Systems genutzt werden können. Zudem können durch die Systemzentrale kostengünstige Aufgaben der Franchise-Nehmer – etwa die Buchhaltung – übernommen werden. Und auch der Bekanntheitsgrad eines Projektes kann durch die überregionale Etablierung und koordiniertes Marketing leichter gesteigert werden als bei Einzelprojekten.

Auch in Deutschland werden die Chancen, die das Franchising fürs Gemeinwohl bietet, mehr und mehr erkannt. So will u. a. der Bundesverband Deutscher Stiftungen mit dem Projekt „Social Franchise“ diese Methode bekannt und allgemein verfügbar machen. Dafür hat der Verband ein Handbuch mit dem Titel „Social Franchising – eine Methode zur systematischen Vervielfältigung gemeinnütziger Projekte“ veröffentlicht. Das Handbuch kann kostenlos unter www.stiftungen.org herunter geladen werden.

Ein deutsches Beispiel für Social Franchising ist die Organisation „Wellcome“, die Familien nach der Geburt eines Babys unterstützt. Das zum „Social Entrepreneur 2007“ gekürte Projekt will bis 2010 bundesweit mit mindestens 250 Teams aktiv sein ( www.wellcome-online.de). Schirmherrin von Wellcome ist Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Über ein Beispiel aus Dänemark berichtete vor Kurzem der Spiegel. Dort nutzt das IT-Unternehmen Specialisterne die besonderen mathematischen Fähigkeiten von Menschen mit Autismus. Dem Bericht zufolge wird derzeit über die internationale Verbreitung des Konzeptes als eine Art soziales Franchise nachgedacht (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,570496,00.html). Blog Ende.