Franchising in AfrikaAuf dem Franchise-Markt in Afrika versuchen derzeit diverse Franchise-Ketten, ihre Geschäftskonzepte zu etablieren. Wie BusinessDayOnline berichtet, wird diese Entwicklung auch durch die Gründung zahlreicher nationaler Franchise-Verbände gefördert.

Bisher waren Franchise-Systeme vor allem in Südafrika und Ägypten aktiv geworden, da diese Länder zu den am besten entwickelten Staaten auf dem Kontinent zählen. In Südafrika arbeiten bereits rund eine halbe Million Menschen im Franchise-Sektor. Fast 700 Franchise-Marken sind dort vertreten, neben großen internationalen Ketten wie McDonald`s oder KFC auch heimische Franchise-Größen wie das Grillhähnchen-Restaurant Nando’s.

Neue Franchise-Verbände

Aber auch andere afrikanische Länder machen sich bereit fürs Franchising. So haben zum Beispiel Nigeria, Kenia und Simbabwe nationale Franchise-Verbände gegründet, um Ethikkodizes und Standards für eine funktionierende Franchise-Wirtschaft zu schaffen. Die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) unterstützt aktuell den Senegal, Tansania und Äthiopien, ihre eigenen Franchise-Verbände zu etablieren. Insgesamt bieten inzwischen viele afrikanische Staaten zunehmend Chancen für Franchise-Systeme. Jüngst hat die Unternehmensberatungsgesellschaft McKinsey darauf hingewiesen, dass die Konsumentenausgaben in Afrika bis 2020 auf 1,4 Billionen US-Dollar steigen werden.

Nigeria: Neuer Schlüsselmarkt für Franchise-Unternehmen

Als besonders aussichtsreich für Franchise-Unternehmen gilt der Markt in Nigeria, mit seinen 160 Millionen Einwohnern. „In den letzten Jahren ist das Interesse am nigerianischen Markt stark gestiegen. Denn eins ist klar: Wer in Nigeria erfolgreich ist, der kann auch den gesamten afrikanischen Markt erschließen“, sagt Anayo Agu, ein Berater im amerikanischen Konsulat in Laos, gegenüber BusinessDayOnline. In Nigeria aktiv sind bereits Franchise-Systeme wie KFC und die spanische Mode-Kette Mango. Zwei weitere große internationale Fast-Food-Systeme und eine Eiscreme-Kette wollen bis Jahresende in den nigerianischen Markt einsteigen. „Dieses Interesse an Nigeria hilft dem Land auch selbst“, sagt Agu. „Denn gerade das Franchising wird das Land anleiten, seinen riesigen Graumarkt einzudämmen. Wenn Franchise-Systeme etabliert werden, werden auch Steuern gezahlt und andere Regeln befolgt.“

Als Indikator für den Entwicklungsstand der Franchise-Wirtschaft in afrikanischen Ländern könne der Ausbreitungsgrad der Fast-Food-Kette McDonald’s verwendet werden, sagt Robert Zegers von der Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB). McDonald’s sei bekannt für die stringente Durchsetzung von Regeln und Standards.