Unter dem Titel „Franchising is Key to Global Economic Recovery“ hat Matthew Shay, der Präsident des US-amerikanischen Franchise-Verbands (IFA), einen Beitrag veröffentlicht, der vor allem die internationale Franchise-Expansion als Chance in der Krise sieht.

Obwohl keine konkreten Daten zur internationalen Expansion von Franchise-Systemen vorlägen, seien doch zwei Thesen wahrscheinlich: Zum einen würde die Wirtschaftskrise auch bei der internationalen Expansion von Franchise-Systeme spürbar werden, zu anderen würde sich die Welt erholen, sobald in den USA der Aufschwung einsetze, so Matthew Shay.

Die zunehmende Internationalisierung habe sich zu einem wichtigen Diversifizierungsinstrument von Franchise-Systemen entwickelt. Einer Umfrage des IFA zufolge sind 61 Prozent der im IFA organisierten Franchise-Systeme auch international aktiv. 16 Prozent davon erwirtschafteten zwischen 25 und 30 Prozent ihrer Einnahmen mit dem internationalen Geschäft. Fast drei Viertel gaben an, international aktiv werden zu wollen.

Engagement vom Staat gewünscht

Um Franchise-Systeme bei der Internationalisierung zu unterstützen, sei der Verband an mehreren Fronten aktiv. So arbeite man zusammen mit der Obama-Administration daran, dass die staatlichen Krisenhilfsprogramme auch der Franchise-Wirtschaft zugute kämen. So solle etwa die Kreditvergabe an kleine Unternehmen, zu denen die Mehrzahl der Franchise-Gründer gehört, wieder angekurbelt werden. Darüber hinaus dränge der IFA darauf, neue Freihandelsabkommen mit Ländern wie Kolumbien, Panama und Thailand voranzutreiben, um Rechtssicherheit und damit auch neue Expansionsmöglichkeiten für Franchise-Systeme zu befördern.

Dafür werde auch der Kontakt zum neuen Wirtschaftsminister der USA und anderen Kabinettsmitgliedern gesucht. Ziel sei es, die Regierung auf die Bedeutung des Franchising für die USA hinzuweisen und zu unterstreichen, dass gerade die staatlichen Handelsinstitutionen wertvolle Unterstützung für international expandierende Franchise-Systeme bieten sollten. US-amerikanische Franchise-Unternehmen zählten zu den bekanntesten Marken in der Welt und je besser auch staatliche Institutionen über die Themen Franchising und Internationalisierung Bescheid wüssten, desto besser könne auch in neue Märkte expandiert werden.

Know-how-Transfer

Der IFA veranstaltet nach eigenen Angaben diverse Seminare, um das entsprechende Know-how an Mitarbeiter dieser Institutionen zu vermitteln. Franchising wird dabei nicht nur als erprobte Methode zur wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes angesehen. Der Markteintritt etablierter Franchise-Systeme könne auch dazu beitragen, in junge Franchise-Nationen feste und transparente Regeln bzw. Gesetze für die jeweils nationale Franchise-Wirtschaft schaffen. Daher zeige der IFA auch auf Franchise-Messen u. a. in den Vereinigten Arabischen Emiraten, China, Brasilien und Kanada Präsenz.

Die zentrale Botschaft der IFA-Repräsentanten auf internationalem Parkett: Die internationale Expansion von Franchise-Systemen ist nicht nur für das Wachstum der Franchise-Wirtschaft bedeutsam, sondern leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur Erholung von der Wirtschaftskrise.

In Deutschland engagiert sich vor allem Franchise Pool International (FPI) für die Internationalisierung von Franchise-Systemen. FPI ist eine Initiative des Deutschen Franchise-Verbandes (DFV), die sich auf die Vermittlung von Franchise-Systemen in internationalen Märkten spezialisiert hat.

Interessant: Die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie betriebene Außenahndelsplattform www.ixpos.de liefert praktisch keine Informationen zum Thema Franchising und Internationalisierung.

Ist die deutsche Franchise-Wirtschaft zu sehr auf die Expansion im Inland fixiert? Fehlen unterstützende Leistungen?

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