Gestern wurde im Stuttgarter Hauptbahnhof die erste deutsche Filiale einer neuen Blumenhandelskette namens Happy eröffnet. Insgesamt will Happy in den nächsten zehn Jahren auf rund 120 Blumengeschäfte in Deutschland kommen. Zunächst in Eigenregie, später mittels Franchising. Dass diese Pläne durchaus realistisch sind, verdeutlicht ein Blick auf die Partner, die bei diesem Joint-Venture zusammengekommen sind.

Denn hinter Happy steht zum einen der französische Handelskonzern Monceau Fleurs, nach eigenen Angaben der größte Blumenhändler der Welt, zum anderen die HDS Retail Deutschland GmbH, eine Tochter der ebenfalls französischen Lagardère Gruppe, dem größten internationalen Travel Retailer für Presse und Buch mit über 3.900 Verkaufsstätten und 11.000 Mitarbeitern weltweit.

400 Standorte in 7 Ländern

Monceau Fleurs betreibt mit seinen Franchise-Systemen Happy, Rapid’Flore und Monceau Fleurs bereits knapp 400 Standorte in sieben Ländern. Außer in Frankreich auch in Andorra, Belgien, Italien, Japan, Portugal und Spanien. Der Gesamtumsatz: etwa 150 Millionen Euro. Allein in Frankreich sind Unternehmensinformationen zufolge in den vergangenen drei Jahren über 50 neue Happy-Standorte eröffnet worden. Zum Vergleich: Der Franchise-Riese Blume 2000 hat im Jahr 2006 mit seinen rund 210 Geschäften einen Umsatz von etwa 120 Mio. Euro erwirtschaftet. Der durchschnittliche Umsatz der Blume 2000-Geschäfte liegt damit deutlich über dem der neuen Konkurrenz.

Großes Potenzial

Dies könnte aber an der Blumen-Liebe der Deutschen liegen: Laut dem Fachverband Deutscher Floristen
(FDF) wurden im gesamten deutschen Einzelhandel rund 8,94 Milliarden Euro für Blumen und Pflanzen ausgegeben, was einem Pro-Kopf-Einkauf von rund 109 Euro entspricht. Vergleichswerte für andere Länder waren leider nicht in Erfahrung zu bringen. Doch auch Happy-Geschäftsführer Thomas Wiesel sieht in Deutschland ein „enormes Potenzial“ für das Geschäft mit Blumen und Zimmerpflanzen.

Joint-Venture-Partner HDS Retail Deutschland ist Systemgeber für Vertriebspartner, die Presse- und Buchhandlungen an hoch frequentierten Standorten wie Bahnhöfen und Flughäfen betreiben. Bekannt ist das Unternehmen vor allem für die Marken „Relay“ und „Virgin“. HDS Retail Deutschland ist aktuell mit knapp 80 Geschäften an neun Flughäfen und 24 Bahnhöfen vertreten.

Konzeptionell will sich Happy durch viel positive Emotionen und sein Stil-Empfinden von der Konkurrenz unterscheiden. Dabei spiele neben dem Warenangebot vor allem das Einkaufs-Ambiente eine entscheidende Rolle. Einen Vorteil sollen auch speziell designte Blumenstrauß-Verpackungen bieten, die nicht nur komfortablen Transport ermöglichen, sondern auch als Vasen-Ersatz dienen können.

Nach der Eröffnung erster in Eigenregie geführter Geschäfte will Happy etwa zwölf Franchise-Standorte jährlich etablieren. Die Blumengeschäfte sollen dabei ausschließlich an stark frequentierten 1A-Standorten entstehen. Weitere Infos unter http://www.happy.fr/de, eine Bildergalerie steht unter http://gallery.me.com/bapfoto4#100577 bereit.