Viele Franchise-Systeme bieten auch die Möglichkeit, nebenberuflich in die Selbstständigkeit zu starten. So führt zum Beispiel das Franchiseportal knapp 100 Franchise-Angebote in dieser Kategorie. Das Spektrum reicht dabei von Nachhilfe-Schulen über Haushaltsdienstleistungen und Rohrreinigungsspezialisten bis hin zum mobilen Reisebüro. Generell steht besteht in Deutschland freie Berufswahl. Dennoch sollten sich nebenberufliche Franchise-Gründer genau über mögliche Einschränkungen und Konsequenzen informieren.

So haben zwar Angestellte das grundsätzlich das Recht, einen Nebenberuf auszuüben. Allerdings kann dieses Recht im Arbeitsvertrag eingeschränkt sein. Ob solche Klauseln am Ende tatsächlich greifen, hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: Zum einen darf die Nebentätigkeit keine direkte Konkurrenz für den Arbeitgeber darstellen. Zum anderen darf das Engagement als Angestellter nicht durch den Zweitjob beeinträchtigt werden. Aufgrund der Regelungen des Arbeitszeitgesetzes ist insgesamt eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 48 Stunden gestattet. Wer also bereits 40 Stunden pro Woche im Angestelltenverhältnis arbeitet, sollte nicht mehr als 8 Stunden wöchentlich mit dem Nebenjob aktiv sein. Auch Krankheits- und Urlaubszeiten dürfen dem Gesetz nach nicht für den Zweitjob genutzt werden, wenn Erholung oder Genesung stark darunter leiden.

Franchise-Gründer sollten sich auf jeden Fall klar machen, dass Existenzgründungen immer mit viel Arbeit verbunden sind. Wer hier zu blauäugig loslegt, wird unter Umständen weder Haupt- noch neuen Nebenberuf meistern. Prüfen Sie also bei nebenberuflichen Franchise-Angeboten genau, was auf Sie zukommt.

In der Regel gilt übrigens die Tätigkeit mit den höheren Einkünften und einer Wochenarbeitszeit von über 18 Stunden als Hauptberuf. Wenn Sie nur in Teilzeit angestellt sind, sollten Sie aufpassen, dass der vermeintliche Nebenberuf von Krankenkasse und Ämtern zum Hauptberuf erklärt wird. Dies kann zum Beispiel passieren, wenn Sie eine Teilzeitstelle haben und als Franchise-Nehmer mit ähnlicher Wochenarbeitszeit sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter beschäftigen.

Wenn Sie tatsächlich nebenberuflich als Franchise-Nehmer aktiv sind, ändert sich an Ihrer gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung in der Regel gar nichts. In umsatz- und gewerbesteuerlicher Hinsicht wird ihr Nebenberuf übrigens erst relevant, wenn der Jahresumsatz 17.500 Euro bzw. 24.500 Euro übersteigt. Ansonsten werden Ihre selbstständig erwirtschafteten Einkünfte in der Steuererklärung einfach als Einkommen verbucht. Grundsätzlich sollte sich jeder angehende Franchise-Nehmer ausführlich über die möglichen Rechtsformen des eigenen Unternehmens und die damit verbundenen Konsequenzen informieren. Auch ein Gespräch mit einem Steuerberater ist meist sinnvoll.

Weitere, wenn auch nicht franchise-spezifische Informationen zum Thema Nebenberuf finden Sie hier.